Aubinger Allee
München, Deutschland

Das Projekt befindet sich im neu entstehenden Stadtteil Freiham – einem multifunktionalen Entwicklungsgebiet am westlichen Stadtrand von München. Der Quartierscharakter ist geprägt von einer durchdachten Verzahnung öffentlicher Funktionen wie Parks, Schulen, Sportanlagen und sozialen Einrichtungen, eingebettet in ein feinmaschiges Netz aus Kfz-, Fahrrad- und Fußgängerwegen. Das Gebäudeensemble, bestehend aus vier Bauteilen mit einer gemeinsamen Tiefgarage, liegt entlang der „Aubinger Allee“ – der Hauptverkehrsachse des Quartiers.

Gemäß dem einheitlichen Bebauungsplan ist die bauliche Struktur entlang der Grundstücksgrenzen organisiert. Im Zentrum entsteht ein großzügiger Grünraum mit Kinderspielplatz, Bäumen und einem unterirdischen Regenwasserspeicher. Die westlich gelegenen Baukörper orientieren sich zur belebten Aubinger Allee, während sich die östlichen Baukörper zur inneren Fahrradstraße öffnen. Diese Anordnung schafft eine abfallende Gebäudehöhe – von hoch zu niedrig – und damit sowohl eine markante stadträumliche Silhouette als auch geschützte, grüne Rückzugsräume mit suburbanem Charakter.

In den vier Baukörpern sind insgesamt 93 Wohneinheiten mit einer Gesamtwohnfläche von rund 6.900 m² untergebracht. In den nordwestlich und südöstlich gelegenen Baukörpern A und B befinden sich vorrangig zwei-, drei- und vier-Zimmer-Wohnungen mit städtischer Prägung – ausgestattet mit Balkonen und orientiert zu den ruhigeren Innenhöfen. Die südlich und nordöstlich positionierten Baukörper C und D beherbergen überwiegend drei- und vier-Zimmer-Wohnungen mit großzügigen Balkonen und privaten Gärten im Erdgeschoss – ausgerichtet auf ein ruhigeres, naturnahes Wohnen. In den Erdgeschosszonen von A und B, entlang der Aubinger Allee, beleben gewerbliche Flächen den Straßenraum. Sämtliche Wohnungen sind durch die Landeshauptstadt München gefördert und entsprechen die Anforderungen an barrierefreies Wohnen. In der planerischen Umsetzung wurde daher besonderer Wert auf durchgängige Bewegungsachsen und typologische Wiederholbarkeit gelegt – als Beitrag zur baulichen Effizienz.

Die Fassadengestaltung reflektiert den Anspruch, städtische Funktionalität mit den Qualitäten naturnahen Wohnens zu vereinen. Die vier Baukörper sprechen eine gemeinsame architektonische Sprache in Bezug auf Struktur und Materialität, variieren jedoch in Plastizität und Farbgebung. Die Baukörper A und B reagieren auf die Dynamik der Hauptstraße mit hohen, monolithischen Sockelzonen in Betonfarbe, die durch unterschiedliche Putztechniken akzentuiert sind. Die darüberliegenden Wohngeschosse sind mit vertikaler Holzschalung verkleidet und durch feingliedrige Gesimse verteilt. Baukörper C, der sich durch seine spezifische Typologie als Stadtvilla auszeichnet, ist gegenüber der Straßenflucht zurückversetzt. Seine Erscheinung wird durch eine dunkle Holzschalung, dynamisch ausgebildete Balkone und ein horizontales Fassadenraster mit wechselnder Richtungsstruktur betont. Baukörper D greift das Thema der Geschossfriese auf und ergänzt es um einen markanten Laubengang, der auf die Bewegung der angrenzenden Fahrradstraße reagiert und gleichzeitig auf deren menschlichen Maßstab eingeht. Dieses Bauelement erfüllt drei Funktionen: vertikale Erschließung, Eingangszone und räumlicher Filter zur Gasse.

Die Tragstruktur des Gebäudes besteht aus einem Stahlbetonskelett mit einer Außenhülle aus vorgefertigten Holzelementen. Die Fassadenverkleidung ist als hinterlüftetes Holzfassadensystem ausgeführt.

Neben der Kinderspielfläche und den begrünten Rasenflächen im Erdgeschoss wurde auch auf die Dachlandschaft besonderes Augenmerk gelegt. Die intensiv begrünten, öffentlich zugänglichen Dachflächen der beiden Teile von Baukörper D mit Aufenthaltsqualitäten entsprechen dem offenen, gemeinschaftsorientierten Charakter seiner Typologie in vollem Umfang.

Klient: MKE Munich Investment
Standort: München, Deutschland
Jahr: 2020 – 2023
Leistungen: Entwurfs-, Genehmigungs-, Werkplanung
Größe: 15.700 m²
Kosten: 23.400.000 €
Team: Georgi Marhov, Yoana Migarova, Kalin Nikolov
Partner: Harder Groh Architekten
Visualisierungen: dpi studio