Ziel des Wettbewerbsvorschlags ist der Umbau und die Sanierung des bestehenden Gebäudes des Bulgarischen Künstlerverbandes in einen zeitgemäßen, multifunktionalen Raum für Ausstellung, Verwaltung, Büro, Bildung, Gastronomie, Einzelhandel und Freizeitnutzung.
Das bestehende Gebäude steht in einem besonderen urbanen Rahmen. Es liegt in auffallender Nähe zu öffentlichen Gebäuden und Stadtparks. Aufgrund seiner Größe nimmt es innerhalb des Quartiers eine Sonderstellung ein. Das Gebäude verfügt über identische Fassaden auf allen vier Seiten, die einen abstrakten und skulpturalen Eindruck erzeugen und so einen interessanten Kontrast zu den umliegenden historischen Gebäuden hervorrufen. Die bevorstehende Sanierung bietet die Möglichkeit, die genannten Qualitäten zu verbessern und dem Gebäude seinen angemessenen Status in der Stadt zu bewahren.
Durch die umlaufende abstrakte Vertikalstruktur nimmt die neue Fassade Bezug auf die Originalfassade. Herausragendes Erkennungsmerkmal ist das Material – goldfarben eloxiertes Aluminium – das eine entsprechende Signalwirkung erzielt und eine stärkere optische Präsenz verleiht. Die Fassade besteht aus vollflächiger Verglasung mit auskragenden versetzten Pilastern in vier verschiedenen Formen, die eine flexible Umgestaltung des Innenraums für zukünftige Umnutzung ermöglicht. Die Außenbeschattung reduziert den Kühlbedarf und sorgt für die nötige Ausleuchtung der Hauptzonen. Sie verhindert, dass direkte Sonneneinstrahlung und Blendung durch Gegenlicht die Ausstellungsräume beeinträchtigen.
Der Eingangs- und Erdgeschossbereich ist als offener Raum geplant, um möglichst einladend zu wirken und so die kulturelle Bedeutung des Gebäudes im öffentlichen Raum zu verdeutlichen. Im Inneren sind Funktionen wie Rezeption, Foyer, Saal, Café und Buchhandlung in einem einzigen offenen Raum vereint.
Das bestehende Treppenhaus dient als Hauptzugang zu den Obergeschossen. Ein zweiter Treppen-/Aufzugskern dient als zusätzlicher baulicher Rettungsweg sowie als Zugang zur externen Mietfläche in den Obergeschossen, ohne die Ausstellungsräume durchqueren zu müssen. Die Ausstellungsflächen können mit beweglichen Wänden flexibel gestaltet werden. Die Deckenkonstruktion bleibt offen, alle Installationen sind sichtbar und können jederzeit umgestaltet werden. Der raue Charakter der industriellen Betonkonstruktion schafft einen idealen Rahmen für die Exponate.
Das zusätzliche Dachgeschoss wertet die städtebauliche Situation auf und bietet Ausstellungsfläche mit idealen Lichtverhältnissen. Während sich die Regelgeschosse aufgrund des Seitenlichts eher für die Unterbringung von Ausstellungen mit temporärem Experimentalcharakter eignen, eignet sich das Obergeschoss für Ausstellungen mit musealem Charakter. Das Restaurant verfügt über eine Dachterrasse, die eine ideale Ergänzung für Ausstellungseröffnungen oder andere Veranstaltungen darstellt.